Was ist Ayurveda?

„Ayurveda“ bedeutet die „Wissenschaft vom Leben“ (Sanskrit: ayus = Leben, veda = Wissen) und ist die altindische Heil- und Wissenslehre der indischen Veden. Längst verbindet man damit nicht nur eine Ayurveda-Kur in fernen Ländern: Auf diese traditionelle Lehre von Gesundheit, Ernährung und Lebensweise vertrauen auch hierzulande immer mehr Menschen, um das Wohlbefinden zu steigern, sich typgerecht und gesund zu ernähren und Krankheiten erfolgreich vorzubeugen oder zu lindern.

„Mit Ayurveda besinnen wir uns auf das Wesentliche, sie lässt uns auf natürlichem Weg erahnen und spüren, wer wir sind, was wir eigentlich brauchen oder nicht brauchen.“ Irene Rhyner

Die Ayurveda-Lehre fand vor ein paar Jahrzehnten den Weg in unsere westliche Welt und hat seitdem das Gesundheitswesen hier revolutioniert, ergänzt und verändert. Ayurveda wurde dabei quasi nochmal von hiesigen Ayurveda- Therapeuten und -spezialisten neu entdeckt und für die westliche Welt angepasst und modernisiert.

Acht traditionelle Ayurvedische Fachrichtungen

Acht traditionelle ayurvedische Fachrichtungen decken im Prinzip alle Bereiche der Medizin ab: Innere Medizin, Chirurgie, Gynäkologie und Kinderheilkunde, Psychiatrie, Toxikologie, Augenheilkunde und HNO, Anti-Aging und Unterstützung der Fortpflanzung. Die ayurvedische Lehre setzt sich dabei schwerpunktmäßig aus Massage- und Reinigungstechniken, Ernährungslehre, Yoga und Pflanzenheilkunde zusammen, mit denen der Mensch ganz natürlich behandelt werden kann.

Allen Disziplinen im Ayurveda liegt der Gedanke zugrunde, dass eine gesunde Ernährung und Lebensweise, nämlich eine typgerechte, die Basis für ein gesundes Leben liefern. Das bedeutet auch, dass jeder für sich selbst und seine Gesundheit eigene Verantwortung übernehmen sollte.

Ayurvedische Lehre

Ayurvedische Lehre

Das Wohlbefinden steigern

Dabei verhilft die ayurvedische Lehre jedem, die eigene körperliche, geistige und seelische Verfassung zu erkennen und danach zu handeln. Das heißt, an erster Stelle steht zunächst die Feststellung des eigenen angeborenen Doshas (Bioenergie), der eigenen Ur-Natur, drei sind die vorherrschenden nach der ayurvedischen Lehre: Vata, Pitta oder Kapha oder eine Kombination untereinander.

Weicht der jetzige Zustand deutlich von dem ursprünglichen Dosha, unserer Grundkonstitution, ab, ist das Wohlbefinden nicht optimal oder der Mensch fühlt sich bereits krank. Sich wieder im Einklang zu befinden, bedeutet nach der ayurvedischen Lehre, in sein natürliches Dosha zurückzufinden. Dafür sind zumeist eine Ernährungsumstellung und wahrscheinlich auch eine Umstellung in den Lebensgewohnheiten notwendig.

Ayurvedische Küche

Die Ayurvedische Küche erfreut sich hierzulande immer größerer Beliebtheit. Sie bietet die Chance, sich typgerecht nach der ayurvedischen Lehre und damit im Einklang mit seiner Ur-Natur, aber sich auch generell in vielerlei Hinsicht gesund zu ernähren.

Die Grundlage dafür ist die liebevolle Zubereitung jeder Mahlzeit mit frischen Speisen, überwiegend mit frischem Gemüse, Getreide und Obst, Nüssen/Samen und Fetten. Fleisch wird wenig konsumiert, meist ist das Essen vegetarisch. Gegessen werden drei Hauptmahlzeiten am Tag, überwiegend sind die Mahlzeiten warm, da sie dann besser verdaut werden können. Sehr wichtig sind bei der Zubereitung die ayurvedischen Gewürze, die den Gerichten nicht nur die besondere Note, sondern auch jeweils die Möglichkeit bieten, entsprechend des Doshas zu würzen.

Da im Ayurveda die Vorstellung herrscht, dass jedes Lebensmittel eine eigene Energie mitbringt, ist es keinesfalls gleichgültig, welche wir am Tag verzehren. Nicht nur können so grundsätzliche Verschiebungen vom ursprünglichen Dosha ausgeglichen werden, sondern auch aktuell vorherrschende Zustände in Gleichklang gebracht werden.

Was ist Ayurveda für die Expertin Irene Rhyner?

„Es liegt ein Zauber in der Welt von Ayurveda, der, richtig angewendet, unser tägliches Leben unterstützt und unsere Lebensenergie verbessert“, schreibt Irene Rhyner in der „Europäischen Ayurveda-Küche“.

Ayurveda-Expertin Irene Rhyner, u.A. bekannt durch die Bücher „Europäische Ayurvedaküche“ und „Ayurveda – Set für Einsteiger“.

Ayurveda bedeutet nicht nur Gesundheits- und Ernährungslehre. In den alten Schriften wird auch eine ganze Philosophie überliefert, die auch der Gesundheits- und Ernährungslehre zugrunde liegt.

Im Ayurveda herrscht die Vorstellung, dass alles miteinander verbunden ist, alles fließt und eine Einheit bildet – nicht nur im Kosmos, sondern auch in uns selbst – Körper, Geist und Seele.

Tiere, Pflanzen und Menschen und alle anderen Dinge sind aus derselben Ursprungsmaterie entstanden: den 5 Grundelementen (Pancamahabhuta) Äther, Wind, Feuer, Wasser, Erde. Sie bringen gewisse Energien, Prinzipien mit:

Äther – Raum

Wind – Bewegung

Feuer – Verbrennung

Wasser – Schmierung

Erde – Stabilität.

Diese Grundelemente und Prinzipien finden sich auch im Mikrokosmos, so auch im Menschen wieder. Sie entsprechen dort den Sinnesorganen (Jnanendriya) Ohren, Haut, Augen, Zunge, Nase wie auch den Geschmacksrichtungen (Rasa) süß, sauer, salzig, scharf, bitter, herb in verschiedenen Kombinationen. Den drei Bioenergien (Dosha) Vata, Pitta, Kapha werden dabei zugeordnet:

Vata – Äther und Wind

Pitta – Feuer und etwas Wasser

Kapha – Erde und Wasser.

Wichtig sind in der ayurvedischen Lehre noch die drei Charakterenergien (Triguna), die elementare Wirkung auf unseren Charakter haben:

Sattva steht für Klarheit, Reinheit und Makellosigkeit

Rajas für Dynamik und Leidenschaft

Tamas für Passivität, Lethargie und Ignoranz.

Mit entsprechender Ernährung und Lebensweise können wir einen positiven Einfluss auf die Trigunas erlangen und so Verschiebungen in unserem Charakter durch schwere Krankheiten oder Lebenskrisen ausgleichen. Auch hier steht dahinter die Vorstellung, dass bestimmte Lebensmittel wie auch Tätigkeiten Trigunas stärken oder schwächen – je nachdem, welche Energie sie mitbringen.